Pflege im Internationalen Vergleich

Pflege im internationalen Vergleich

Was kann die Pflege in Deutschland von anderen Ländern, wie den USA, der Schweiz, Schweden oder Holland lernen?

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Nach der PinaL-Studie (Pflege in anderen Ländern), die im Auftrag der Eugen-Münch-Stiftung durchgeführt wurde, gibt es folgende zentrale Handlungsfelder:

  • Mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung, 
  • Erweiterte Verantwortungsbereiche jenseits von Delegation sowie
  • Stärkung der Selbstorganisation

Sie sind Schlüsselfaktoren für eine gesteigerte Attraktivität des Pflegeberufs und Sicherung der Versorgungsqualität

 

Folgende Länder wurden zum Vergleich mit Deutschland herangezogen:

Großbritannien, Schweden, Niederlande, Kanada

In einer Studie im Auftrag der Stiftung Münch wurde unter der Leitung von Professor Michael Ewers, Direktor des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Situation der Pflege in Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und Kanada untersucht.

In Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und Kanada ist die Aus- und Weiterbildung von Pflegenden in den regulären Bildungsstrukturen verortet. Es ist eine klare politische Rahmensetzung zur Erhöhung ihrer Kapazität und Qualität erkennbar. In Deutschland hingegen nimmt Pflegebildung eine berufs- und bildungsrechtliche Sonderstellung ein: Sie findet in den meisten Bundesländern an „Schulen besonderer Art“ statt und unterliegt meist nicht – wie für allgemein- und berufsbildende Schulen üblich – dem Schulrecht der Länder. Die Pflegeausbildung ist deshalb benachteiligt, was die Finanzierung, Ausstattung und die Qualifikation des Lehrpersonals betrifft.

In anderen Ländern haben Pflegende mehr Verantwortung!

Aufgabengebiete/Verantwortungsbereiche

  Deutschland Holland Schweiz Thailand Russland USA Schweden

 

 

Arztassistenz
Ja Nein Nein Ja Nein Nein Nein

direkte Pflege (Körperpflege, etc.)

Ja Ja Ja Angehörige Ja Angehörige, Hilfskräfte Ja

Die Studie zeigt zudem, dass den Pflegenden in den untersuchten Ländern mehr Verantwortung in der Patientenversorgung übertragen wird. Während in Deutschland meist am Prinzip der ärztlichen Delegation festgehalten wird, bei dem Pflegende als „verlängerter Arm des Arztes“ und auf dessen Anweisung tätig sind, findet in den Untersuchungsländern eine partnerschaftlich angelegte, teamorientierte und gesetzlich legitimierte Aufgabenneuverteilung statt. Das befördert interessante Entwicklungsoptionen für Pflegende mit der Übernahme von mehr eigenverantwortlichen Aufgaben als hierzulande. Das macht innovative Versorgungsformen möglich, von denen letztlich Patienten und Pflegende gleichermaßen profitieren.

Auffallend in den Untersuchungsländern ist, dass die Pflegenden an der Entwicklung von Lösungen zum Erhalt der Gesundheitsversorgung aktiv beteiligt sind, da professionelle Interessensvertretungen des Berufsstands von der Politik das Recht und die Pflicht einer Mitbestimmung übertragen bekommen haben.

Selbstverwaltung/Pflegekammer

 

  Deutschland Holland Schweiz Thailand Russland USA Schweden

Pflegekammer

Selbstverwaltung

in zwei Bundesländern Ja Nein Ja Nein Ja Ja

In Großbritannien, den Niederlanden und Kanada ist zudem eine Registrierung in einem Berufsregister Voraussetzung für die berufliche Tätigkeit was die Pflicht zur regelmäßigen Fortbildung und Re-Registrierung einschließt. Kein Arbeitgeber darf eine Pflegefachperson ohne gültige Registrierung beschäftigen. Dies ist als professionelle Selbstverpflichtung der Pflegenden zur Gewährleistung einer professionellen und sicheren Versorgung der Patienten zu werten. In Großbritannien und Kanada wird dies durch Pflege­kammern überwacht, die Niederlande haben ein gemeinsames, staatlich organisiertes Registrierungssystem für mehrere Gesundheitsberufe. In Deutschland gibt es bislang lediglich zwei arbeitsfähige Landespflegekammern.

Pflegeexperten sorgen im Qualifikationsmix für Innovation und Versorgungsqualität

 

  Deutschland Holland Schweiz Thailand Russland USA Schweden

 

Berufsausbildung
Ja Ja Ja Nein Ja Nein

Nein

Hochschulstudium

teils Ja Ja Ja Nein Ja Ja

 

Der quantitativ steigende Bedarf in der Pflege wird mit mehr oder weniger umfangreich eingesetzten Assistenten und Helfern beantwortet. Sie übernehmen vielfach einfachere (sozial-)pflegerische Aufgaben, die in Deutschland noch oft Pflegefachpersonen überantwortet sind. Die Patienten- und Versorgungssicherheit wird dadurch gewährleistet, dass sie dabei von den hochschulisch qualifizierten Pflegefachpersonen angeleitet und beaufsichtigt werden. Auf qualitativ veränderten Bedarf – etwa aufgrund von Multimorbidität, schwierigen Krankheits- und Pflegeverläufen, Technisierung der Pflege etc. – wird zugleich auch mit Einsatz von Pflegeexperten mit erweiterten Kompetenzen reagiert.

https://www.stiftung-muench.org/pinal-studie-pflege-in-anderen-laendern-vom-ausland-lernen/

 

 

 

www.klinikkompass.info!

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