Pflege im internationalen Vergleich

Was kann die Pflege in Deutschland von anderen Ländern, wie den USA, der Schweiz, Schweden oder Holland lernen?

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Nach der PinaL-Studie (Pflege in anderen Ländern), die im Auftrag der Eugen-Münch-Stiftung durchgeführt wurde, gibt es folgende zentrale Handlungsfelder:

  • Mehr Investitionen in Aus- und Weiterbildung, 
  • Erweiterte Verantwortungsbereiche jenseits von Delegation sowie
  • Stärkung der Selbstorganisation

Sie sind Schlüsselfaktoren für eine gesteigerte Attraktivität des Pflegeberufs und Sicherung der Versorgungsqualität

 

Folgende Länder wurden zum Vergleich mit Deutschland herangezogen:

Großbritannien, Schweden, Niederlande, Kanada

In einer Studie im Auftrag der Stiftung Münch wurde unter der Leitung von Professor Michael Ewers, Direktor des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Situation der Pflege in Großbritannien, den Niederlanden, Schweden und Kanada untersucht.

In Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und Kanada ist die Aus- und Weiterbildung von Pflegenden in den regulären Bildungsstrukturen verortet. Es ist eine klare politische Rahmensetzung zur Erhöhung ihrer Kapazität und Qualität erkennbar. In Deutschland hingegen nimmt Pflegebildung eine berufs- und bildungsrechtliche Sonderstellung ein: Sie findet in den meisten Bundesländern an „Schulen besonderer Art“ statt und unterliegt meist nicht – wie für allgemein- und berufsbildende Schulen üblich – dem Schulrecht der Länder. Die Pflegeausbildung ist deshalb benachteiligt, was die Finanzierung, Ausstattung und die Qualifikation des Lehrpersonals betrifft.

In anderen Ländern haben Pflegende mehr Verantwortung!

Aufgabengebiete/Verantwortungsbereiche

  Deutschland Holland Schweiz Thailand Russland USA Schweden

 

 

Arztassistenz
Ja Nein Nein Ja Nein Nein Nein

direkte Pflege (Körperpflege, etc.)

Ja Ja Ja Angehörige Ja Angehörige, Hilfskräfte Ja

Die Studie zeigt zudem, dass den Pflegenden in den untersuchten Ländern mehr Verantwortung in der Patientenversorgung übertragen wird. Während in Deutschland meist am Prinzip der ärztlichen Delegation festgehalten wird, bei dem Pflegende als „verlängerter Arm des Arztes“ und auf dessen Anweisung tätig sind, findet in den Untersuchungsländern eine partnerschaftlich angelegte, teamorientierte und gesetzlich legitimierte Aufgabenneuverteilung statt. Das befördert interessante Entwicklungsoptionen für Pflegende mit der Übernahme von mehr eigenverantwortlichen Aufgaben als hierzulande. Das macht innovative Versorgungsformen möglich, von denen letztlich Patienten und Pflegende gleichermaßen profitieren.

Auffallend in den Untersuchungsländern ist, dass die Pflegenden an der Entwicklung von Lösungen zum Erhalt der Gesundheitsversorgung aktiv beteiligt sind, da professionelle Interessensvertretungen des Berufsstands von der Politik das Recht und die Pflicht einer Mitbestimmung übertragen bekommen haben.

Selbstverwaltung/Pflegekammer

 

  Deutschland Holland Schweiz Thailand Russland USA Schweden

Pflegekammer

Selbstverwaltung

in zwei Bundesländern Ja Nein Ja Nein Ja Ja

In Großbritannien, den Niederlanden und Kanada ist zudem eine Registrierung in einem Berufsregister Voraussetzung für die berufliche Tätigkeit was die Pflicht zur regelmäßigen Fortbildung und Re-Registrierung einschließt. Kein Arbeitgeber darf eine Pflegefachperson ohne gültige Registrierung beschäftigen. Dies ist als professionelle Selbstverpflichtung der Pflegenden zur Gewährleistung einer professionellen und sicheren Versorgung der Patienten zu werten. In Großbritannien und Kanada wird dies durch Pflege­kammern überwacht, die Niederlande haben ein gemeinsames, staatlich organisiertes Registrierungssystem für mehrere Gesundheitsberufe. In Deutschland gibt es bislang lediglich zwei arbeitsfähige Landespflegekammern.

Pflegeexperten sorgen im Qualifikationsmix für Innovation und Versorgungsqualität

 

  Deutschland Holland Schweiz Thailand Russland USA Schweden

 

Berufsausbildung
Ja Ja Ja Nein Ja Nein

Nein

Hochschulstudium

teils Ja Ja Ja Nein Ja Ja

 

Der quantitativ steigende Bedarf in der Pflege wird mit mehr oder weniger umfangreich eingesetzten Assistenten und Helfern beantwortet. Sie übernehmen vielfach einfachere (sozial-)pflegerische Aufgaben, die in Deutschland noch oft Pflegefachpersonen überantwortet sind. Die Patienten- und Versorgungssicherheit wird dadurch gewährleistet, dass sie dabei von den hochschulisch qualifizierten Pflegefachpersonen angeleitet und beaufsichtigt werden. Auf qualitativ veränderten Bedarf – etwa aufgrund von Multimorbidität, schwierigen Krankheits- und Pflegeverläufen, Technisierung der Pflege etc. – wird zugleich auch mit Einsatz von Pflegeexperten mit erweiterten Kompetenzen reagiert.

https://www.stiftung-muench.org/pinal-studie-pflege-in-anderen-laendern-vom-ausland-lernen/

 

 

 

Hygiene in der Pflege

Filme zur Übertragung von Krankheiten auf www.infektionsschutz.de

Sehr anschaulich, unterhaltsam, lehrreich und informativ

- Übertragungswege von Infektionen werden vorgestellt

- Sensibilisierung für das Thema

https://www.infektionsschutz.de/mediathek/filme/filme-zur-uebertragung-von-krankheitserregern-im-alltag.html#c7

 

Erklärvideo zur Händedesinfektion "Die 5 Indikatoren der Händedesinfektion"

Die 5 Indikatoren der Händedesinfektion 

 

Ablauf der Händedesinfektion

Hygienische Händedesinfektion

Hygienische Händedesinfektion 

 

Anschauliches Beispiel, wie es nicht sein sollte ...

Hand in Hand - Ein Film über Händehygiene im Krankenhaus

Hand in Hand - Ein Film über Händehygiene im Krankenhaus  

 

 

Lernangebot

Die 5 Indikationen der Händedesinfektion der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und

Wohlfahrtspflege (bgw)

https://bgw.uv-lernportal.de/ilias/goto_BGWLP_cat_10675.html

 

 

 

Was Patientinnen und Patienten

für den Krankenhausaufenthalt wissen sollten

Welche Info-Portale im Internet sind wirklich hilfreich?

Ein Erfahrungsbericht aus Patientensicht

 

Vergleich verschiedener Info-Portale zum Krankenhausaufenthalt

Auf welche Infos kommt es an?

Wie prüfe ich die Qualität der Informationsangebote?

Der Check:

Was im Internet ist wertvolle Patienteninformation, strategische Marketing-Operation oder einfach der Versuch einer Patientendaten-Sammelaktion?

Stellen Sie sich folgende Situation vor:

Sie sind zu einem Termin bei Ihrem Hausarzt. Er bespricht mit Ihnen die Ergebnisse der letzten Blutentnahme und der Ultraschalluntersuchung. Als er Ihnen das Ergebnis der Röntgenuntersuchung  vorstellt, zieht sich seine Stirn in Falten. Mit einem nachdenklichen Blick eröffnet er Ihnen mit behutsamen Worten: „Wahrscheinlich haben Sie es schon geahnt. Es führt kein Weg daran vorbei. Sie müssen demnächst ins Krankenhaus und sich operieren lassen!

 

Fühlen Sie sich unsicher, ob alles gut verlaufen wird?

Sind Sie mit dieser Situation überfordert? 

 

Der Hausarzt wird Sie beruhigend und sachlich über den weiteren Verlauf und den Weg ins Krankenhaus informieren, aber beschleicht Sie trotzdem nicht ein merkwürdiges Gefühl. Spüren Sie, wie die Angst vor dem Krankenhaus in Ihnen ein beklemmendes Gefühl auslöst?

​Sie denken sich vielleicht: „Und jetzt? Ich weiß, dass ich ins Krankenhaus muss, aber wie geht es nun weiter? Wo erhalte ich die Informationen, die ich dringend benötige?“.

 

Stellen Sie sich diese Fragen, wenn Sie an ein Krankenhaus denken?

Wie bereite ich mich auf die Klinik vor?

Wo finde ich Informationen, die mir wirklich helfen? und

Welche Infos sind wissenschaftlich fundiert?

 

Wie behält man den Überblick, wenn man ins Krankenhaus muss?

Der Klinikkompass-Tipp:

„Sammelordner Krankenhausaufenthalt“

Legen Sie sich einen großen Ordner an, in dem Sie alle Papiere, Unterlagen und Dokumente abheften, damit Sie alles sofort griffbereit haben, wenn es plötzlich heißt: „Sie müssen ins Krankenhaus!“

 

Der Medführer bietet eine sehr umfangreiche Checkliste zur Vorbereitung auf den Krankenhausaufenthalt an. So wird darauf hingewiesen, dass viele organisatorische Dinge zu beachten sind:

Neben dem Kofferpacken und dem Sammeln der notwendigen Unterlagen für die Aufnahme ins Krankenhaus sollten folgende Dinge beachtet werden:

  • Informieren Sie den Arbeitgeber, dass Sie krankheitsbedingt nicht arbeiten können.

  • Geben Sie Familienangehörigen, Freunden und ggf. Nachbarn Bescheid, damit sie sich während Ihrer Abwesenheit um Ihr Haus bzw. Ihre Wohnung und ggf. um Ihre Pflanzen und Tiere kümmern.

 

 

Weitere Dokumente, die zur Aufnahme ins Krankenhaus benötigt werden:
neben typischen bekannten Dokumenten, Krankenunterlagen oder die letzten Labor- und Röntgenbefunde wird auf folgende Dokumente verwiesen

 

Weiterführende Dokumente

  • Personalausweis oder Reisepass ggf. Zuzahlungsbefreiung der Krankenkasse

  • ggf. Kostenübernahme vom Sozialamt

  • ggf. Angaben zur zuständigen Berufsgenossenschaft, wenn es sich um einen Arbeitsunfall handelt

 

Liste mit persönlichen Daten, Adressen von Hausarzt, Angehörigen, Pflegedienst, Pflegeheim, etc.

  • Name, Anschrift und Telefonnummer Ihres Hausarztes

  • Name, Anschrift und Telefonnummer eines Angehörigen, der benachrichtigt werden soll

  • Name, Anschrift und Telefonnummer des ambulanten Pflegedienstes oder der stationären Pflegeeinrichtungen bei Patienten in Pflege

  • Vorsorge für den Fall der Fälle

  • ggf. schriftliche Patientenverfügung

  • ggf. Vorsorgevollmacht

 


Krankenunterlagen für die Ärzte im Krankenhaus:

Sie können dazu beitragen, dass es keine große Sucherei und eine möglichst komplikationslose Krankenhausbehandlung für Sie wird. Deshalb denken Sie neben dem Einweisungsschreiben Ihres Hausarztes mit der Einweisungsdiagnose und weiteren Erkrankungen auch an weitere Untersuchungsergebnisse und Befunde:

 

Neben typischen Dokumenten, wie Röntgenbilder, Röntgenpass, CT- bzw. MRT-Bilder (falls vorhanden), Laborergebnissen wird auch darauf hingewiesen, dass man

  • alle bisherigen Arztbriefe des Hausarztes und auch

  • Berichte und Befunde von früheren Krankenhausaufenthalten mitbringen

 

https://www.medfuehrer.de/Artikel/Vorbereitung-auf-den-Krankenhausaufenthalt-Checkliste

Die Plattform finanziert sich durch Anzeigen von Kliniken und Ärzten

 

Das Info-Portal „Pflege-PfiFf®“ Pflege in Familien fördern“ gibt konkrete Tipps zur Aufnahme bzw. der Vorbereitung eines Krankenhausaufenthaltes, geht kurz auf Arztgespräche und die Vorbereitung auf die Operation ein und widmet sich dann ausführlicher dem Thema Entlassung aus dem Krankenhaus. Der Info-Text stellt den „Krankenhausnavigator“, die Krankenhaussuche der AOK vor.

 

DOKUMENTE UND UNTERLAGEN, DIE SIE INS KRANKENHAUS MITBRINGEN MÜSSEN/SOLLTEN:

  • Personalausweis oder Reisepass

  • Krankenversicherungskarte oder Klinik-Card bei Privatversicherung

  • Krankenhauseinweisung des behandelnden Arztes (bei geplantem stationären Aufenthalt) und wichtige Unterlagen über die bisherige Behandlung (z. B. Röntgenbilder, Röntgenpass, Laborbefunde)

  • Überweisungsschein aus dem aktuellem Quartal (bei ambulantem Aufenthalt)

  • Name und Telefonnummer eines Angehörigen, der benachrichtigt werden soll

  • Liste der Medikamente, die derzeit eingenommen werden (auch pflanzliche Präparate) mit Dosierung

 

Die Auflistung der notwendigen Dokumente ist ausführlich, so dass an alle Pässe und Ausweise gedacht wird:

 

  • Marcumar-Pass bei Patienten, die ein Blutverdünnungsmittel einnehmen. Notwendig ist, dass Sie Ihren Arzt darauf ansprechen, wie viele Tage vor der Operation sogenannte Blutverdünner, also Marcumar, aber auch Aspirin, pausiert werden müssen. Ansonsten kann es sein, dass ihre gutgeplante Operation verschoben werden muss, weil die Gefahr der Blutung während der Operation zu groß wäre.

  • Impfpass

  • bei Allergikern: Allergiepass oder Angaben zu bekannten Allergien auf Stoffe oder Medikamente

  • bei Diabetikern: Diabetikerausweis

  • bei Patienten, die einen Herzschrittmacher tragen: Herzschrittmacher-Ausweis

  • bei früheren Krankenhausbehandlungen: relevante Krankenhausberichte, OP-Pass mit Behandlungsjahr

  • bei Patienten in Pflege: Kontaktdaten des ambulanten Pflegedienstes oder des Altenpflegeheims bzw. sonstiger Betreuungseinrichtung

  • bei einer Vorsorgevollmacht: Name und Telefonnummer der in der Vollmacht benannten Person

  • ggf. Patientenverfügung: Diese muss auf der freien Entscheidung des Patienten beruhen und sollte schriftlich vorliegen.

  • Organspende-Ausweis bei Patienten, die in eine Organspende eingewilligt haben

 

WELCHES KRANKENHAUS ist das Richtige für mich?

Geeignete Krankenhäuser für bestimmte Behandlungen oder Diagnosen können unter dem nachstehenden Link gesucht werden. Wählen Sie einfach ein medizinisches Thema oder nutzen Sie die Stichwortsuche. Außerdem finden Sie hier Qualitätsberichte einzelner Krankenhäuser.

zum Krankenhausnavigator und anderen Krankenhaus-Suchmaschinen

 

 

Auf was das PfiFf® - Info-Angebot besonders hinweist: Was sollte man bei der Aufnahme im Krankenhaus klären?

 

Die folgenden Punkte sollten Sie mit dem Krankenhaus/Pflegepersonal am Aufnahmetag bzw. möglichst frühzeitig klären, damit es nicht zu Problemen kommt bzw. Ihre Wünsche und Gewohnheiten erfüllt werden können.

 

Ernährung

Ernähren Sie sich vegetarisch oder vegan? Informieren Sie das Personal, falls Sie besondere Ernährungsgewohnheiten haben,  wie z. B. vegetarisch oder kein Schweinefleisch. Falls Sie unter  Lebensmittelunverträglichkeiten, geben Sie das unbedingt an, ansonsten kann es zu allergischen Reaktionen bis hin zum allergischen Schock kommen. Das wollen Sie schließlich bestimmt nicht erleben.

 

Haben Sie Schlafprobleme?

Sprechen Sie es an. Informieren Sie das Pflegepersonal über (besondere) alltägliche Gewohnheiten (z. B. Schlafrituale). Besprechen Sie mit dem Personal, wie diese im Krankenhausalltag berücksichtigt werden können.

 

Wie wird Ihre Intimsphäre im Krankenhaus gewahrt?

Wenn Sie besonderen Wert auf Ihre Intimsphäre legen, fragen Sie nach, ob es separate Bäder und/oder Sichtschutzwände gibt.

 

Wie kann meine Religion im Krankenhaus berücksichtigt werden?

Seelsorgerische Betreuung: In vielen Krankenhäusern besuchen Krankenhauspfarrer oder Krankenhausseelsorger der evangelischen und katholischen Kirche Patienten. Ein Gespräch über die Sorgen und Ängste, die wir im Krankenhaus haben, wenn es um Krankheit, Schmerzen, Hilflosigkeit und der Konfrontation mit der eigenen Begrenztheit und Endlichkeit geht, kann Hoffnung schenken und den Weg zu anderen Gedanken lenken.

Bei Bedarf erkundigen Sie sich, ob dies möglich ist. Falls Sie einer anderen Religion angehören, sprechen Sie das Krankenhauspersonal darauf an. Im Rahmen der kultursensiblen Betreuung von Patienten wird mittlerweile in vielen Kliniken darauf eingegangen, so dass auch muslimische, jüdische Patienten oder Menschen einer anderen Glaubensrichtung ihre religiösen Rituale auch während des Krankenhausaufenthaltes leben können.

 

zum Krankenhausnavigator

zu weiterführenden Infos des PfiFf®-Angebots https://aok-pfiff.de/pflegeherausforderungen/krankenhausaufenthalt

 

 

Primo Medico ist eine Plattform, die sich auf die Vermittlung von Spezialärztenkonzentriert hat.

Bei ihren Informationen zur Vorbereitung für den ambulanten oder stationären Krankenhausaufenthalt, geht sie ausführlich auf Themen, wie das Einholen einer Zweitmeinung oder die Anfrage bei der eigenen Krankenkasse ein:

 

Soll ich eine Zweitmeinung einholen?

Vorbereitung ist alles! In dieser Phase geht es darum, jede wichtige und nötige Information vorab einzuholen. Dies wird Sie nicht nur bei der Entscheidung, in welchem Klinikum oder Krankenhaus Sie sich behandeln lassen wollen unterstützen. Viel mehr noch hilft es Ihnen und auch Ihren Angehörigen, nachdem Krankenhausaufenthalt keine bösen Überraschungen zu erleben. Wenn Sie sich über die gestellte Diagnose nicht sicher sind, beziehen Sie die ärztliche Zweitmeinung eines weiteren Spezialisten mit ein.

 

Anfrage bei der eigenen Krankenkasse

Wenn Sie nicht wissen, welche Leistungen Ihre Krankenkasse oder mögliche Zusatzversicherungen genau abdecken, informieren Sie sich auch hier noch mal über Details und Zuzahlungen.

Weitere Informationen könnten Sie sich verschaffen, um die für Ihr Anliegen beste Klinik oder Krankenhaus herauszufinden. Je mehr Zeit Ihnen bleibt sich vorzubereiten, um so besser!Termin vereinbaren!

 

Wie komme ich von der Klinikpforte ins Patientenzimmer?

1.  Patientenanmeldung

Der Patientenaufnahme im Krankenhaus oder der Klinik beginnt üblicherweise an der Patientenanmeldung. Sie befindet sich in vielen Kliniken direkt im Eingangsbereich.

Damit es schnell geht, sollten Sie folgende Dokumente parat haben:

Krankenkarte, falls gesetzlich versichert (für Auslandspatienten entspricht dies der europäischen Krankenversicherungskarte) bzw. Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse, Überweisungsschein von Ihrem betreuenden Arzt.

Hier könne Sie auch, falls noch nicht im Voraus geschehen, die Details Ihres Aufenthalts klären, beispielsweise die Zimmerart oder andere Wahlleistungen wählen. Ist all dies geklärt, erhalten Sie den Behandlungsvertrag/Wahlleistungsvertrag zur Unterschrift.

2. Der Weg auf Station

Von der Aufnahme werden Sie dann direkt zu der für Sie verantwortlichen Station geschickt. Lassen Sie sich bei verwinkelten Krankenhäusern den Weg möglichst auf einem Plan einzeichnen. Manchmal gibt es auch Personal, welches Ihnen den Weg zeigt, oder Sie auf die Station begleitet. Mittlerweile gibt es auch Apps, die einen per Handy durch die Klinikflure lotsen.

 

3. Auf Station

Auf der Station angekommen erfolgt ein Aufnahmegespräch sowohl mit dem Pflegepersonal, als auch mit einem Arzt. Dieser wird nach Ihrem Befinden, aktuellen Medikamenten und Symptomen fragen. Oft erfolgt auch eine Blutabnahme, um die Blutgerinnung und aktuelle Entzündungswerte zu überprüfen.

Meist genügt es leider nicht, Blutwerte mitzubringen, welche im Heimatland bzw. -ort abgenommen wurden. In der Regel sind dann meist nicht alle wichtigen Blutwerte vorhanden oder der Zeitraum zwischen Blutabnahme und Operation ist zu groß und die Ergebnisse somit nicht relevant für die Operation. 

Wichtig ist, dass bestimmte Medikamente einen bestimmten Zeitraum vor der Operation abgesetzt werden müssen. Welche Medikamente dies betrifft und wie lange vor der OP sie abgesetzt werden sollen, wird der zuständige Arzt rechtzeitig mit Ihnen besprechen. Bitte keinesfalls Medikamente ohne Rücksprache mit einem Arzt selbstständig absetzen, da dies zu unberechenbaren und gefährlichen Blutungen, Blutgerinnseln, Blutdruckveränderungen etc. führen kann.

4. Der Weg ins Patientenzimmer "Endlich angekommen"

Nach den Aufnahmegesprächen wird Ihnen Ihr Zimmer zugewiesen. Ob Ein-Bett, Zwei-Bett oder Mehr-Bettzimmer sollte, wenn möglich schon bei der Terminvergabe geklärt werden, damit die Zimmerverteilung geplant und die gewünschte Zimmerart entsprechend verfügbar ist.

Was ist im Krankenhaus verboten?

  • Darf man das eigene Essen in die Klinik mitbringen?

  • Darf man sich Pizza oder Döner ins Krankenhaus liefern lassen?

An sich ist das Mitbringen von eigenem Essen nicht verboten. Grundsätzlich müssen aber gerade nach Operationen bestimmte Essensvorgaben beachtet werden (sogenannte Schonkost, Diätkost oder ähnliches). Hierbei muss unbedingt mit Pflegepersonal oder Ärzten abgeklärt werden, welche Speisen und Getränke zu sich genommen werden dürfen.

Kann ich im Krankenhaus rauchen?

Das Rauchen ist im Krankenhaus als auch in der Klinik sowie in öffentlichen Räumen grundsätzlich verboten. Zum Teil ist ein gesonderter Raucherbereich auf dem Klinikgelände vorhanden. Jedoch wird vor dem Rauchen im Zusammenhang mit Operationen bzw. bestimmten Behandlungen gewarnt. Gerade die Wundheilungsprozesse werden durch Tabakrauch deutlich verschlechtert. Um den Entzugssymptomen zu entgehen, gibt es auf Wunsch die Möglichkeit als Ersatz Nikotinpflaster verschrieben zu bekommen.

Vom Rauchen am Tag der Operation ist abzusehen. Es muss, wie die Bestimmung der Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz in einem bestimmten Zeitraum vor der Operation eingehalten werden. Sonst gilt man als Nicht-Nüchtern, was im Extremfall zum Verschieben der Operation führen kann.

https://www.primomedico.com/de/artikel/patientenhilfe/

 

 

MSDmanuals für Patienten

Der Krankenhausaufenthalt wird in all seinen Facetten aufgezeigt. Neben der Vorbereitung auf den Klinikaufenthalt gibt es Themen, wie „Der Tag im Krankenhaus“, Berufsgruppen, Untersuchungen, Infos zu Krankheitsbildern und auch typischen Problemen sowie Komplikationen im Krankenhaus.

Sehr umfangreiches Informationsangebot für Patienten, das brennende Fragen, aktuelle Themen, rund um den Klinikaufenthalt fundiert präsentiert. Videos, Quizze und Tests runden das Angebot ab.

​​https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/spezialthemen/behandlung-im-krankenhaus

 

Gezielte Informationen für den Klinikaufenthalt finden

Informationen sammeln – aber die richtigen

Zusätzlich helfen Kennzeichnungen, wie der

Health-on-Net-Code (HONcode: https://www.hon.ch)  oder

das Aktionsforum Gesundheitsinformationen (www.afgis.de).

Internetseiten mit diesen Logos wurden auf medizinische und fachliche Inhalte hin intensiv untersucht. So prüft der HoN-Code medizinische und gesundheitsbezogene Internetseiten nach folgenden Kriterien:

 

 

Der „Klinikkompass-SuchFinder

Der Klinikkompass ist HonCode-geprüft und versucht Patienten verständlich Informationen für den Klinikaufenthalt zur Verfügung zu stellen.

Dabei kann der Klinikkompass-SuchFinder eine wertvolle schnelle Hilfe und Unterstützung sein.

Wenige Fragen, viele Antworten!

Mit wenigen Klicks erhalten Sie die Informationen für Ihren Krankenhausaufenthalt, die Sie sich wünschen, die persönlich und auf Ihre Situation zugeschnitten sind.

 

Klicken: Klicken Sie auf die Buttons der Fotos

Informieren: passende Themenvorschläge erscheinen

Auswählen: stellen Sie sich Ihr Informationsangebot zum Krankenhausaufenthalt individuell zusammen

Versuchen Sie es das Angebot, ist einfach zu bedienen und kostenlos.

Direkt zum Klinikkompass-SmartFinder bzw. SuchFinder

 

Internetportale im Vergleich:

Folgende Kriterien sollten genauer unter die Lupe genommen werden, um das passende Informationsportal für sich zu finden:

 

Woher stammen die Informationen?

  • Autorenteam

  • aus dem Gesundheitsbereich

  • wer steckt dahinter?

  • Qualitätssiegel „medizinische Informationen“ z. Bsp. HON-Code-zertifiziert

 

Wird die Finanzierung transparent dargestellt?

  • werbefinanziert

  • Finanzierung wird offengelegt

Sind die Themen aus Patientensicht und verständlich formuliert?

  • Ablauf im Krankenhaus

  • Checkliste Vorbereitung Klinik

  • Ablauf auf Station

  • Hinweis auf Ansprechpartner

 

Welche Dienste oder Angebote kann man nutzen?

Arztvermittlung

Infos über Krankheitsbilder

kostenpflichtige Beratung

 

Was ist die Absicht dahinter? Welche Ziele hat das Internetangebot?

  • Aufklärung von Patienten (behördlich, z. Bsp die Unabhängige Patientenberatung)

  • Vermittlung von Ärzten

  • Marketing für Ärzte

 

 

Quellen und weiterführende Links

http://www.bzga.de

https://flexikon.doccheck.com/de/Krankenhausaufenthalt

http://www.klinikkompass.info

https://www.netdoktor.de/krankenhaus/

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/aerzte-und-kliniken

Der 10-Punkte-Plan

Sicher durch das Krankenhaus

(Ich-Regeln)

weitere Infos auf www.klinikkompass.info

Sicher durch das Krankenhaus

  1. Ich lebe soweit möglich gesund – Krankenhausaufenthalt vermeiden: Ich lebe gesund, bewege mich regelmäßig, ernähre mich ausgewogen, verzichte soweit möglich auf Nikotin und Alkohol, dann vermeide ich evtl. einen Krankenhausaufenthalt

  2. Ich hole mir eine Zweitmeinung ein: evtl. ist eine OP oder Behandlung im Krankenhaus überhaupt nicht notwendig

  3. Ich gehe in das richtige Krankenhaus: Ich suche das für mich richtige Krankenhaus aus. Dazu nutze ich entsprechende Informationsquellen, wie Bekannte, aber auch Internetseiten der Krankenkassen und seriöse Verbraucherportale

  4. Ich hole Informationen ein: Ich informiere mich auf der Homepage des Krankenhauses und auf entsprechenden Informationsplattformen über meine Erkrankungen, Untersuchungen und Therapieoptionen, den nur ein informierter Patient wird ein gesunder Patient!

  5. Ich bereite mich vor: Ich bereite mich, wenn möglich, auf den Krankenhausaufenthalt umfassend vor, in dem ich einen Koffer im Vorfeld packe und auch die passenden Dokumente, wie Krankenakten, Befunde, Impfbuch, etc. zusammentrage. Wenn ich im Vorfeld weiß, was auf mich zukommt, kann ich entsprechende Übungen durchführen

  6. Hände schütteln – besser nicht!: Ich werde keinem Arzt und keiner Pflegekraft im Krankenhaus die Hand schütteln, dadurch fange ich mir über diesen Weg keine Infektionen ein.

  7. Ich frage nach, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Die falsche Behandlung, falsche Ernährung oder die falschen Medikamente – nicht mit mir!

  8. Es soll mit mir und nicht über mich gesprochen werden: Bei der Visite frage ich nach, damit ich darüber informiert werde, was mit mir geschieht. Wenn ich mit falschen Namen angesprochen werde, hake ich ein.

  9. Ich gebe Bescheid, wende mich an die Pflegekraft bzw. an den Arzt, wenn ich mich unwohl fühle

  10. Ich lasse mich entlassen, erst wenn es mir soweit gut geht, dass ich zu Hause zurechtkomme und ich alle Informationen erhalten habe, die ich benötige. 

 

Erklärungen zum 10-Punkte-Plan

1. Ich lebe gesund

dadurch kann ich so manchen Krankenhausaufenthalt vermeiden: Moderate Bewegung, ausgewogene Ernährung (mediterrane Mischkost) und genügend Trinken, sowie, wenn möglich, auf Alkohol und Nikotin verzichten sind wesentliche Faktoren, die Erkrankungen und Einschränkungen im Leben reduzieren oder sogar verhindern können. So lassen sich viele Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen, wie etwa Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen. Die Lebensfreude darf dabei aber nicht zu kurz kommen. Es kommt wie so oft auf den goldenen Mittelweg an.

2. Ich hole mir eine Zweitmeinung ein

evtl. ist ein Krankenhausaufenthalt bzw. eine Operation überhaupt nicht notwendig. Mittlerweile gibt es zahlreiche Berichte und Untersuchungen, dass so manche Kliniken operieren, nur um die Fallzahlen nach oben zu schrauben. Spezielle Chefarztverträge sind in Verruf geraten, weil das Honorar bzw. Bonuszahlungen mit der Anzahl der durchgeführten, für die Klinik lukrativen Operationen gekoppelt wurden. Deshalb lohnt es sich, als informierter Patient, eine zweite Expertenmeinung einzuholen, die von vielen Krankenkassen auch bezahlt wird.

Wenn die Notaufnahmen überfüllt sind, liegt das auch oft daran, dass so manche Menschen mit Erkrankungen, wie Schnupfen, Fieber von nicht höher als 38°C oder kleinen Verletzungen, etc. in die Klinik gehen.

Aber ein Bereitschaftsarzt oder der eigene Hausarzt wären die bessere Anlaufstelle, denn dadurch erhalten die Patienten, die wirklich eine akute Situation haben, wie etwa einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt in zahlreichen Situationen notwendige medizinische Hilfe erst verspätet, weil das Klinikpersonal mit Bagatell-Behandlungen beschäftigt ist.

Deshalb sollten wir immer prüfen, ist eine Fahrt ins nächste Krankenhaus wirklich notwendig?

Zur Sicherheit ist ein Anruf beim Hausarzt bzw. beim Bereitschaftsarzt oder eben über den Rettungsdienst sinnvoll, dass abgeklärt werden kann, ob der Weg ins Krankenhaus notwendig ist, oder eben nicht:

112             Rettungsdienst

116 117      ärztlicher Bereitschaftsdienst

(jeweils ohne Vorwahl deutschlandweit)

 

Folgender Test kann eine Entscheidungshilfe sein:

Test „Krankenhaus – ja oder nein“

Liegen bei Dir eine der folgenden Beschwerden vor, dann solltest Du notfallmäßig ins Krankenhaus gehen bzw. sofort die Rettungsleitstelle unter 112 anrufen:

Diese Liste kann als allgemeine Hilfe dienen, und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Ja
  • starke Schmerzen (nicht auszuhalten)

  • Schmerzen in Brustbereich oder Bauchgegend

  • Atemnot (Angst zu ersticken)

  • Gleichgewichtsstörungen

  • Sehstörungen

  • Lähmungserscheinungen

  • Bluthusten oder –spucken

  • Mehrfaches unerklärliches Erbrechen

  • tiefe Wunden o. Verletzungen (z. Bsp. Knochenfehlstellung)

Nein
  • Schnupfen oder Husten

  • kleine Verletzung, wie etwa Schürfwunde

  • leichte Schmerzen, die auszuhalten sind

  • Impfung

  • Rezeptausstellung für bereits verordnete Medikamente

 

Falls Du unsicher bist und abklären willst, ob doch ein Arzt die Situation einschätzen soll, rufe den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 an.

Ein Beispiel:

Ein Patient leidet seit Jahren an einem chronischen Rückenleiden, für das er Schmerzmittel auf Rezept bekommt. Es ist Samstag und er hat keine Tabletten mehr. Hier wäre es sinnvoll, eher in eine Notfallpraxis zu gehen, als in eine Notaufnahme, denn auch dort kann ihm ein Rezept ausgestellt werden.

! Wichtig:

Es ist abhängig vom subjektiven Befinden, also von den Schmerzen, wie sie wahrgenommen werden. Das kann von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein.

Und wenn man unsicher ist, ob man notfallmäßig ins Krankenhaus soll oder nicht, dann besser einmal unnötig zu viel gehen, als nicht, denn das kann in manchen Situationen tödlich sein.

In der Notaufnahme werden wir Patienten im Rahmen der Ersteinschätzung nach der Manchester Triage in 5 Gruppen eingeteilt, um zu erfassen, wie dringlich die Behandlung und wie lange die Wartezeit ist:

Das Manchester-Triage-System (MTS) geht von Beschwerdebildern und Leitsymptomen aus. Innerhalb kurzer Zeit wird der Patient beispielsweise nach den Symptomen zu Lebensgefahr, SchmerzenBlutverlustBewusstseinTemperatur und Krankheitsdauer eingeschätzt und entsprechend dieser Einschätzung einer von fünf Stufen der Dringlichkeit zugewiesen.

Diesen Gruppen sind jeweils maximale Wartezeiten zugeordnet, also die Zeitspanne, nach der ein Patient spätestens Arztkontakt haben soll. Die Gruppen sind:

Einschätzungsgruppen nach Manchester Triage System (MTS)

Quelle: http://www.ersteinschaetzung.de

 

3. Ich gehe in das richtige Krankenhaus:

Ich suche das für mich richtige Krankenhaus aus. Dazu nutze ich entsprechende Informationsquellen, wie Bekannte, aber auch Internetseiten der Krankenkassen und seriöse Verbraucherportale. Es sind einfache Fragen, die man sich stellen kann:

„Wird der Eingriff bzw. die Behandlung häufig genug durchgeführt, damit sich beim Operationsteam Routine entwickeln kann?“

Entscheidend ist auch das persönliche Vorgespräch mit dem Arzt, der auf den Krankenhausaufenthalt vorbereitet:

 

Checkliste Arztgespräch

 

  • Nimmt er sich Zeit für Informationen zur Krankheit,

  • Nimmt er sich Zeit für Informationen zur Diagnostik und Therapie?

  • Kann er meine Fragen kompetent beantworten?

  • Wie geht er auf mich ein?

  • Ist er einfühlsam und verständnisvoll?

  • Weitere Fragen, die ich mir stelle: _________________________________________

 

Als Unterstützung gibt es zahlreiche Info-Portale und Entscheidungshilfen, wie etwa die Weiße Liste http://ww.weisse-liste.de, ein Informationsangebot der AOK und der Barmer Ersatzkasse mit der BertelsmannStiftung.

„Patienten informieren Patienten“

Seit mehreren Jahren kann man dort als Entscheidungshilfe auf Patientenbewertungen zugreifen:

Anhand von 15 Fragen wird der Krankenhausaufenthalt aus der Perspektive von Patienten mehrmals jährlich erfasst und ausgewertet. Mittlerweile liegen mehr als 1 Million Bewertungen vor.

Fragebogen zu Patientenerfahrungen im Krankenhaus –„Patients‘ Experience Questionnaire“ (PEQ)

Der PEQ-Fragebogen zum Download:

Auf http://ww.weisse-liste.de

 

 

Fragebogen-PEQ_Krankenhausaufenthalt.pdf

Link: https://www.weisse-liste/export/sites/weisseliste/de/.

content/pdf/service/ Fragebogen-PEQ_Krankenhausaufenthalt.pdf

 

Fragebogen

Patientenerfahrungen im Krankenhaus

Dimension 1: ärztliche Behandlung,

Dimension 2: pflegerische Betreuung,

Dimension 3: Organisation und Service und die

Dimension 4: Weiterempfehlungsrate                       

 

Dimension 1:

Zufriedenheit mit ärztlicher Versorgung

01. Wurden Deine Wünsche und Bedenken in der ärztlichen Behandlung berücksichtigt?

02. Wie beurteilst Du den Umgang der Ärztinnen und Ärzte im Krankenhaus mit Dir?

03. Wurdest Du von den Ärztinnen und Ärzten im Krankenhaus insgesamt angemessen informiert?

04. Wie schätzt Du die Qualität der medizinischen Versorgung im Krankenhaus ein?

Dimension 2:

Zufriedenheit mit pflegerischer Betreuung

05. Wurden Deine Wünsche und Bedenken in der Betreuung durch die Pflegekräfte berücksichtigt?

06. Wie beurteilst Du den Umgang der Pflegekräfte mit Dir?

07. Wurdest Du  von den Pflegekräften insgesamt angemessen informiert?

08. Wie schätzt Du die Qualität der pflegerischen Betreuung im Krankenhaus ein?

 

Dimension 3:

Zufriedenheit mit Organisation und Service

09. Musstest Du während Deines Krankenhausaufenthaltes häufig warten?

10. Verlief die Aufnahme ins Krankenhaus zügig und reibungslos?

11. Wie beurteilst Du die Sauberkeit im Krankenhaus?

12. Entsprach die Essensversorgung Deinen Bedürfnissen?

13. Wie gut war die Entlassung organisiert?

 

Dimension 4:

Weiterempfehlung

14. Würdest Du dieses Krankenhaus deinem besten Freund/deiner besten Freundin weiterempfehlen?

15.  Hat sich Dein Gesundheitszustand durch den Krankenhausaufenthalt verbessert?

 

 

Weitere Informationen zur Befragung bzw. der Bewertung  und die Möglichkeit, gezielt die Weiterempfehlungsrate von speziellen Kliniken zu finden unter

https://www.weisse-liste.de/de/service/ueber-krankenhaussuche/versichertenbefragung/

 

4. Ich hole Informationen ein:

Ich informiere mich auf der Homepage des Krankenhauses und auf entsprechenden Informationsplattformen über meine Erkrankungen, Untersuchungen und Therapieoptionen, den nur als informierter Patient werde ich ein gesunder Patient. So gibt es zahlreiche Internetseiten, die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu Diagnostik und Therapie neutral aufbereiten.

 

Checkliste gute Internetseiten

Gute Internetseiten müssen folgende Punkte erfüllen

  • Behandlungsverfahren sachlich beschreiben

  • Nutzen, Risiken und Folgen der Behandlung und einer Nichtbehandlung erklären

  • auf alternative Behandlungsmöglichkeiten hinweisen

  • objektiv und unbeeinflusst sein

  • Werbung klar vom inhaltlichen Text abgrenzen und falls vorhanden, Sponsoren benennen

  • Erstell- bzw. Überarbeitungsdatum anzeigen

  • Quellen und Autoren angeben

 

Mittlerweile gibt es spezielle Prüfungen, denen sich Internetseiten stellen können, um zu belegen, dass sie objektive, dem aktuellen Stand entsprechende Gesundheitsinformationen bereitstellen. Achte z. Bsp. auf folgende Logos:

 

HON-Code

Qualität und Vertrauenswürdigkeit von medizinischen und gesundheitsbezogenen Informationen im Internet. HON wurde gegründet, um die Verbreitung von hochwertigen Gesundheitsinformationen für Patienten, Fachleute und die breite Öffentlichkeit zu fördern und den Zugang zu den neuesten und relevantesten medizinischen Daten im Internet zu erleichtert.

 

afgis-Code

afgis e. V. (Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem) ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Verbänden, Unternehmen und Einzelpersonen, der sich als Qualitäts- und Qualifizierungsnetzwerk für Gesundheitsinformationen im Internet versteht. Das von afgis vergebene Gütesiegel bzw. Qualitätslogo kennzeichnet Gesundheitswebsites, die qualitativ hochwertige Gesundheitsinformationen bereithalten.

 

www.gesundheitsinformation.de

Informationen zu Erkrankungen, die gut verständlich, aktuell und unabhängig sind (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen)

 

www.patienten-information.de

Informationsangebot zu verschiedenen Gesundheitsthemen in alphabetischer Reihenfolge (Bundesärztekammer + Kassenärztliche Bundesvereinigung)

 

www.leitlinien.net

zu verschiedenen Krankheitsbildern gibt es leicht verständliche Patienteninformationen (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF))

 

aber auch Gesundheitsportale, wie www.gesundheitpro.de (apotheken-umschau), www.netdoktor.de oder www.onmeda.de sind eine erste und informative Anlaufstelle, um an Basiswissen zu Krankheiten zu kommen. Diese Portale ersetzen natürlich keine ärztliche Einschätzung und enthalten Werbung. Dennoch sind sie sehr fundiert und differenziert und beleuchten neben Krankheitsbildern auch Medikamente, Anatomie und Physiologie sowie allgemeine Gesundheitsthemen.

 

Wichtig ist auch, das Internet zu nutzen, um Kontakt zu Betroffenen in Selbsthilfeforen herzustellen. Dadurch erhält man Alltagstipps und gerade als chronisch kranker Mensch kann der Austausch mit Gleichgesinnten neue Energien freisetzen und die Lebensqualität steigern.

 

Weitere wichtige und informative Internetseiten findest Du im Anhang am Ende des Buchs unter „Internetadressen, die jeder Patient kennen sollte“.

 

5. Ich bereite mich vor: 

Ich bereite mich, wenn möglich, auf den Krankenhausaufenthalt umfassend vor, in dem ich einen Koffer im Vorfeld packe und auch die passenden Dokumente, wie Krankenakten, Befunde, Impfbuch, etc. zusammentrage. Wenn ich im Vorfeld weiß, was auf mich zukommt, kann ich entsprechende Übungen durchführen. Eine umfassende Checkliste, was alles in den Koffer soll oder welche Dokumente im Vorfeld gerichtet sein sollten, gibt es unter „Wie bereite ich mich auf den Krankenhausaufenthalt vor“. Dort gibt es auch ausführliche Informationen zu Übungen, wie etwas „Im Bett essen“ oder „Aufstehen nach einer Operation“.

 

6. Hände schütteln – besser nicht!:

Ich werde niemandem im Krankenhaus die Hand schütteln, dadurch fange ich mir keine Infektionen ein. Die Hände sind der Übertragungsweg Nr. 1, wenn es um Krankenhauskeime geht. Wichtig ist deshalb durch gezielte Maßnahmen, wie die Händedesinfektion oder das „Nichthändeschütteln“ eine Keimübertragung zu verhindern. Mittlerweile gibt es sogar Kliniken, die Schilder mit folgender Aufschrift hängen haben:

„Wir schütteln Ihnen nicht die Hände –

weil wir Sie schätzen

und schützen wollen“

 

7. Ich frage nach, wenn ich etwas nicht verstanden habe

Die falsche Behandlung, falsche Ernährung oder die falschen Medikamente – nicht mit mir!

Jeder Beruf hat seine eigene Fachsprache, gerade in der Medizin gibt es viele spezielle Begriffe, die man als Patient nicht kennt. Deshalb solltest Du immer Ärzte und Pflegekräfte danach fragen, was sie meinen, wenn Du etwas nicht verstehst. Oft denken sie nicht mehr darüber nach, weil diese Begriffe für sie Alltag sind. Für uns Patienten aber nicht. Schließlich dreht sich alles um uns und wir wollen auch Bescheid wissen, welche Untersuchung ansteht, wie das Ergebnis bzw. die Diagnose auf Deutsch heißt, schließlich haben wir nicht Medizin studiert.

Als Ergänzung gibt es ein Internetangebot der „Weißen Liste“

Unter https://befunddolmetscher.de kannst Du unklare medizinische Fachbegriffe, wie Untersuchungen, Diagnosen und Therapien eingeben und einfach übersetzen lassen.

 

  • Falsche Behandlung?

  • Falsche Ernährung?

  • Falsche Medikamente?

       Nicht mit mir!

 

In der Hektik eines Krankenhauses besteht das Risiko, dass es zu Verwechslungen kommen kann. Deshalb solltest Du immer darüber informiert sein, was mit Dir geschieht, welche Behandlung mit Dir entschieden wurde, welche Ernährung die passende für Dich ist oder auch, welche Medikamente Du bekommst. Informiere Dich, damit Du über Dich und Deine Therapie Bescheid weißt. Wenn es zu Verwechslungen kommt, kannst Du frühzeitig eingreifen und korrigierend wirken.

 

8. Es soll mit mir und nicht über mich gesprochen werden:

Bei der Visite frage ich nach, damit ich darüber informiert werde, was mit mir geschieht. In einem modernen Krankenhaus gelten Patienten als Partner und Partner informieren sich gegenseitig und treffen soweit möglich, gemeinsame Entscheidungen. Damit das tatsächlich gelingt, sollte ich bei der Visite einbezogen werden. Deshalb hake ich immer nach und frage nach, wenn eine Visite so verläuft, dass die Ärzte untereinander sprechen und mich als Patienten nicht einbeziehen. Wichtig ist auch, dass ich nicht mit falschen Namen angesprochen werde. In der Hektik kann es immer wieder zu Verwechslungen kommen, z. Bsp. bei der Blutentnahme, vor Untersuchungen oder vor einer Operation.

Tipp:

Deshalb achte ich darauf, dass ich immer mit meinem Namen angesprochen werde.

 

9. Ich gebe Bescheid,

wende mich an die Pflegekraft bzw. an den Arzt, wenn ich mich unwohl fühle

Wir als Patienten können unseren Körper spüren: Wir spüren Übelkeit, Krämpfe, Juckreiz, Brennen (z. Bsp. beim Wasserlassen), Schmerzen, etc.

Falsch verstandener Stolz ist hier fehl am Platz.

 

Wir erkennen Veränderungen an unserem Körper, wie die blasse Haut oder rote Stellen.

Diese eigene Körperbeobachtung ist eine wichtige Informationsquelle für Ärzte und Pflegekräfte, damit sie noch besser Therapie und Pflege auf unsere Situation abstimmen können.

Selbstbeobachtung

Deshalb hören wir auf unseren Körper, hören wir in unseren Körper. Dann können vielleicht manche Komplikationen frühzeitig erkannt und auch verhindert werden.

 

 

Checkliste Selbstbeobachtung

Hautveränderungen

  • Farbe (z. Bsp.: gerötet, blass, gelb, bläulich)

  • Juckreiz

  • Schwellungen

  • Nagelveränderungen

  • Haarveränderungen

 

 

 

Schmerzen

  • Wo? (z. Bsp. Brust, Bein)

  • Wann? (z. Bsp. Brennen beim Urinieren, Schmerzen beim Gehen)

  • Wie stark?

       (von 1 (leichter Schmerz) – 10 (stärkster Schmerz)

  • Wie? (z. Bsp. stechend, bohrend, ziehend, klopfend)

 

  • Sonstiges: ______________________________

 

Atmung

  • frei oder erschwert

  • Husten (Dauer, Zeitpunkt, Häufigkeit)

 

  • Sonstiges: ______________________________

 

 

Übelkeit/Erbrechen

  • Flaues Gefühl in Magen

  • Menge

  • Aussehen

 

  • Sonstiges: ______________________________

 

Urin

  • Farbveränderungen (z. Bsp. trübe, rötlich, bierbraunfarben, milchig)

  • Geruch (z. Bsp.: obstartig, übelriechend, faulig)

  • Menge (wenig)

  • Nächtliches auf Toilette gehen

 

  • Sonstiges: ______________________________

 

Stuhlgang

  • Farbveränderungen (z. Bsp. gelblich-grünlich, grau, rötlich oder schwarz)

  • Häufigkeit (z. Bsp. Durchfall oder Verstopfung)

  • Schmerzen beim Stuhlgang (z. Bsp. durch harten Stuhlgang oder Hämorriden)

 

  • Sonstiges: ______________________________

 

 

Wenn ich oben genannte oder andere Veränderungen an mir feststelle, die ich nicht erklären kann, melde ich das meinem behandelnden Arzt oder der verantwortlichen Pflegekraft und lasse das abklären.

 

10. Ich lasse mich entlassen,

erst wenn es mir soweit gut geht, dass ich zu Hause zu Recht komme und ich alle Informationen erhalten habe, die ich benötige.

Oft passiert es, dass schon am 1. Tag über die Entlassung gesprochen wird. Es geht darum, dass die Planungen frühzeitig beginnen, es müssen viele Punkte geklärt sein, damit die Entlassung konkret entschieden werden kann.

 

Sinnvoll ist auch wenn Du den OP-Bericht oder Arztbrief frühzeitig erhältst und dass schon im Klinikum Empfehlungen für die Weiterbehandlung (z.B. Ambulante Physiotherapie) ausgesprochen werden.

„Es betrifft uns alle“

 

Aktuell:

Kampagne des Bundesfamilienministeriums "Ehrenpflegas"

Es ist nicht überraschend, dass die Filme bei Pflegefachkräften und Experten der Pflege auf Unverständnis und massive Kritik stoßen.

Neben Gegenkampagnen, einer Petition und einem verständlichen Shitstorm in den sozialen Medien wurde das deutlich.

Hier der Link zu den Filmen auf www.pflegeausbildung.net

 

Kritik an der Kampagne

Parodie "Ehrenministra"

gelungener satirischer Denkzettel von 3 Student/innen der Pflege Uni Hamburg

https://www.youtube.com/watch?v=S6j7dd_ApGA

 

Petition 

Es wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, damit das Bundesfamilienministerium die Ehrenpflegas-Filme aus dem Netz nimmt.

Leider ohne Erfolg

https://www.openpetition.de/petition/online/wir-sind-keine-ehrenpflegas

 

Kritik

Anhand der Kritik in den Medien wird deutlich, dass die Ehrenpflegas-Kampagne ihr Ziel gewaltig verfehlt.

https://www.pflegen-online.de/ehrenpflegas-macht-den-pflegeberuf-laecherlich

 

sogar das Ärzteblatt hat in einem Interview mit Christel Bienstein die Kampagne als verletzend bewertet

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117659/Unsere-Mitglieder-empfinden-die-Serie-Ehrenpflegas-als-Verletzung

 

Pflegenotstand, Gegenmaßnahmen und deren Finanzierbarkeit 

Chancen und Risiken einer Pflegekammer

Aktuelle Situation in der Pflege

Der Pflegealltag ist geprägt von hoher Arbeitsbelastung und Fachkräftemangel.

Menschen werden immer älter, die Zahl der Pflegebedürftigen steigt von aktuell in Baden-Württemberg 115 000 auf 150 000 in 2030. Im Jahre 2030 Zunahme um mehr als 50 % bei Pflegekräften notwendig, um den zukünftigen Pflegebedarf zu decken.

 

Aber schon heute stellen wir eine hohe Arbeitsbelastung, Fachkräftemangel mit der Folgen eines Pflegenotstandes fest. Eine Befragung des Landespflegerates unter Pflegedienstleitungen in Kliniken sowie Altenpflegeeinrichtungen in Baden-Württemberg ergab, dass viele Stellen nicht besetzt werden können. Zum einen fehlen die finanziellen Mittel in den Einrichtungen oder qualifiziertes Personal kann auf dem Arbeitsmarkt nicht in ausreichender Anzahl gewonnen werden: Pflegepersonalschlüssel: 2 Pflegekräfte sind in der Nacht für 32 oder mehr Patienten verantwortlich.

 

1 Million mehr Patienten in Kliniken wie noch vor 15 Jahren: Durchschnittl. Krankenhausverweildauer in 2002 noch bei fast 10 Tagen, in 2012 bei 7,2 Tagen. Die Anzahl der Stellen in der Pflege und anderen nichtmed. Berufen ist um 50.000 gesunken auf 680.000.

 

In der ambulanten Pflege entwickelt sich die Situation ähnlich: Hinweis auf Aktion „Sozialstationen fordern faire Finanzierung durch die Krankenkassen“. Nach Informationen des Caritasverbandes  schreiben 60 % der Sozialstationen rote Zahlen.

 

Der ehemalige Präsident des Deutschen Pflegerates hat vor kurzem in seiner neuen Rolle des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung Vorschläge für eine Verbesserung der Arbeitssituation von Pflegekräften vorgelegt.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Vorschläge von der Politik und von Entscheidungsträgern auch in die Tat umgesetzt werden!!!

 

„Mehr PflegeKRAFT“

(Kopfprämien für Rückkehrer und Azubis, Faire Arbeitsbedingungen, Teilzeit aufstocken)

Andreas Westerfellhaus www.pflegebevollmaechtigter.de

 

5 Vorschläge für eine gute und verlässliche Pflege

Der sich selbst beschleunigende Pflegekraft-Exodus muss schnellstmöglich durch bessere Arbeitsbedingungen und mehr Köpfe in der Pflege gestoppt und umgekehrt werden. „Mehr PflegeKRAFT“ enthält konkrete Maßnahmen, um die Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten in der Pflege tatsächlich spürbar zu verbessern. Denn ein Sofortprogramm kann nur dann nachhaltig sein, wenn Pflegefachkräfte ihren erlernten Beruf zufrieden ausüben und gerne in der Pflege bleiben.

 

1. Prämie für Rückkehrer und Aufstocker

Die Pflege braucht jetzt sofort mehr Pflegefachkräfte. Deshalb sollen attraktive, steuerfreie Prämien ein deutliches Signal setzen, eine unbefristete Tätigkeit in der Pflege aufzunehmen oder sie auszubauen: 5.000 € für Berufsrückkehrer und 3.000 € für Teilzeitkräfte, die ihre Arbeitszeit um mindestens 20 Prozent der Vollzeitarbeitszeit aufstocken,

 3.000 € für Ausbildungsabsolventen bei Ersteinstellung,

 3.000 € für Einrichtungsbetreiber, davon 1.500 € „Gewinnungsprämie“ bei Aufstockung/Einstellung und 1.500 € „Bindungsprämie“ nach einem Jahr, sofern die Pflegefachkraft weiter im Betrieb tätig ist.

 

Der Betreiber darf dieselbe Pflegekraft zuvor nicht gekündigt oder die mit den Kostenträgern vereinbarte Personalausstattung bewusst missachtet haben. Die Kassen müssen entsprechende Prüfrechte bekommen.

 

2. 80 Prozent Arbeit bei 100 Prozent Lohn (80:20-Modell)

In einem auf drei Jahre befristeten Flächenmodell erhalten alle Pflegefachkräfte die Möglichkeit, bei 80 Prozent Arbeitszeit 100 Prozent Lohn zu erhalten. Bisherige Vollzeitkräfte können dabei wählen zwischen einem Treuebonus als Gehaltszuschlag bei Beibehaltung von 100 Prozent Vollzeit oder Reduzierung auf das 80:20-Modell bei gleichbleibendem Lohn. Pflegefachkräfte in Teilzeit können auf 80 Prozent Arbeitszeit aufstocken und erhalten 100 Prozent Gehalt, ohne zu fürchten dann ‘auszubrennen‘. In der freien Zeit darf keine Nebentätigkeit ausgeübt werden, sie soll der Regeneration dienen. In Schweden wurden bereits positive Erfahrungen mit diesem Modell gemacht: Pflegekräfte fühlten sich deutlich weniger belastet, vitaler und motivierter und wurden seltener krank. In Deutschland sorgen vergleichbare Ansätze bereits in der Chemie- und Metallindustrie dafür, dass Fachkräfte länger im Beruf bleiben. Nach ersten Einschätzungen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung könnten mit dem 80:20-Modell bis zu 40.000 zusätzliche Stellen (Vollzeitäquivalente) im Ergebnis aus Arbeitszeitreduzierung und Teilzeitaufstockung gewonnen werden

(https://idw-online.de/de/news695920).

Hinzu kommen die Berufsrückkehrer durch die Prämien, die mit dem 80:20-Modell bessere Arbeitsbedingungen vorfinden würden.

 

3. Bonus für gute Arbeitgeber

Pflege braucht faire und moderne Arbeitsbedingungen. Ich möchte mehr Wettbewerb der Betreiber um die besten Arbeitsbedingungen und um die größte Wertschätzung für Pflegekräfte. Kostenträger und Einrichtungen in der Altenpflege sollen deshalb die Möglichkeit erhalten, in den Vergütungsverhandlungen Zuschläge für die Einführung innovativer Konzepte für attraktive Arbeitsbedingungen zu vereinbaren. Mit einem solchen Bonus können Maßnahmen eines Arbeitgebers

¨  für mehr Dienstplanstabilität und

¨  weniger Rückrufen aus dem Frei,

¨  mitarbeiterorientierte Arbeitszeitmodelle,

¨  Gesundheitsförderung der Beschäftigten,

¨  jährliche Fortbildungen der Führungskräfte mit Personalverantwortung,

¨  Weiterqualifikation von Pflegehelfern zu Pflegefachkräften

¨  oder Entbürokratisierung der Pflegedokumentation

gefördert und belohnt werden.

 

4. Mehr Freude am Pflegeberuf – mehr Verantwortung durch Heilkundeübertragung

Pflegefachkräfte sind, wie der Name sagt, Pflegeprofis. Sie sind keine Handlanger und können weit mehr als An- und Verordnungen ausführen. Deshalb ist es an der Zeit, ihnen – natürlich unter Maßgabe konkreter Qualifikationsanforderungen – gezielt heilkundliche Aufgaben zu übertragen. In Betracht kommen beispielsweise Aufgaben im Bereich der Versorgung chronischer Wunden, spezifischer Infusionstherapien und der Versorgung von Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2. Die mit diesen Aufgaben verbundene höhere Verantwortung wird dem modernen Pflegeberuf gerecht und stärkt seine Attraktivität und Autonomie.

 

5. Ausbilden! Ausbilden! Ausbilden!

Ohne eine Stärkung der Ausbildung in der Pflege wird sich der Fachkräftemangel nicht eindämmen lassen. Neben der Umsetzung des neuen Pflegeberufegesetzes kommt es auch darauf an, für die Arbeitgeber Anreize zur Ausbildung zu setzen. Einrichtungsbetreiber sollten Ausbildungskonzepte „von der Assistenz bis zum Master“ entwickeln. Um dies zu fördern und mehr Aus- und Weiterbildung zu ermöglichen, soll der Kostenanteil der Pflegeeinrichtungen an der neuen Pflegeausbildung gesenkt werden. Das kommt durch sinkende Pflegesätze auch den Pflegebedürftigen zugute.

Die Kosten für „Mehr PflegeKRAFT“ sollten nicht einseitig durch die Pflegebedürftigen getragen, sondern auf möglichst breite Schultern verteilt werden. Sie werden sich schnell auszahlen, denn überlastungsbedingte Personalausfälle sowie der Einsatz teurer Leasingkräfte werden verringert.

Es ist wichtig zu betonen, dass die außerdem im Koalitionsvertrag vereinbarten sowie weitere Schritte darüber hinaus unbedingt folgen müssen. Dazu zählen insbesondere flächendeckende Tarifverträge sowie eine außerhalb vom DRG-Fallpauschalensystem finanzierte, erlösrelevante Pflegepersonalausstattung im Krankenhaus, so wie im Eckpunktepapier von Gesundheitsminister Spahn vorgesehen. Die Personalbemessung im Krankenhaus sollte wie in der Altenpflege geplant ebenfalls in einem einheitlichen, bedarfsorientieren Verfahren erfolgen. Die am Verhandlungstisch definierten Personaluntergrenzen dürfen nicht zur Regelbesetzung werden.

www.mehrpflegekraft.de

 

Pflegepolitische Themen in der Diskussion

Aktuell werden die oben beschriebenen Rahmenbedingungen in der Pflege geprägt durch hohe Arbeitsbelastungen in der Pflege und Fachkräftemangel diskutiert. Auch das Thema Selbstverwaltung in der Pflege/Pflegekammer ist aktuell ein Thema. Eine lebhafte Diskussion wird insbesondere bei der Frage nach der Finanzierung der Pflege und der Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden in den Pflegeberufen entfacht.

Ziel ist es im Rahmen des berufspolitischen Engagements von Berufsverbänden, dass Politiker „nicht nur über die Pflege, sondern mit der Pflege sprechen“. Die steigende Arbeitsbelastung und der chronische Fachkräftemangel im Pflegebereich sowie die schwierige Situation Schulabgänger für eine Pflegeausbildung zu motivieren.

Immer wenn in Deutschland ein Fachkräftemangel in der Pflege herrscht, wird nach ausländischen Pflegekräften gesucht,  mittlerweile sogar in China, auf den Philippinen oder in Vietnam

Bei aktuell nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit fast 24.000 unbesetzten Stellen für Pflegefachkräfte eine nachvollziehbare Strategie, auch unter dem Gesichtspunkt, dass immer mehr ausländische Mitbürger pflegebedürftig werden. Insbesondere ausländische Pflegekräfte können die dann erforderliche kultursensible Pflege gestalten. In zahlreichen Wahlprogrammen der Parteien ist von einer Willkommenskultur für ausländische Fachkräfte die Rede. Aber ausländische Fachkräfte sind nur ein Rädchen im Getriebe der Pflege.

In einer Stellungnahme des Deutschen Pflegerates wird jedoch die Brisanz und Problematik dieses Vorschlages angesprochen. Ausländische Pflegekräfte können dem drohenden Pflegekräftemangel in Deutschland abmildern, aber nur wenn, kulturelle und mentale Unterschiede berücksichtigt werden. Außerdem müssen Sprachkurse schon vor der Einreise nach Deutschland durchgeführt werden und die Qualifikation als Pflegefachkraft europäischen Standards entsprechen.

Wenig erfolgreich wird sein, wenn das geforderte Sprachniveau B2 ausgehebelt wird, wie es Arbeitgeberverbände der Pflegebranche (z. Bsp. bpa, Bundesverband privater Anbieter in der Pflege) fordern. Es reicht nicht aus, Sprachkenntnisse zu haben, die helfen, sich in einem Urlaubsland zurechtzufinden. Erweiterte Sprachkenntnisse sind erforderlich, schließlich geht es nicht nur um die Bestellung eines Cocktails, sondern um das einfühlsame Gespräch mit kranken bzw. pflegebedürftigen Menschen. Ein Missverständnis kann diese Menschen tief verunsichern und auch zu Pflege- und Behandlungsfehlern führen.

 

Was ist uns die Pflege von kranken und alten Menschen Wert?

Milliardenhilfen für Banken, Griechenland oder die Abwrackprämie konnten bis jetzt erstaunlicherweise zügig bereitgestellt werden. Auch ein Sofort-Not-Programm für jeden Jung-Mediziner, der als Anreiz 30.000,00 € erhält, wenn er eine Hausarztpraxis auf dem Land übernimmt, war schnell realisiert. Aber wenn die Finanzierung von zusätzlichen Pflegefachkräften eine Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrages nach sich zieht, schreien Arbeitgeberverbände reflexartig nach übermäßigen Belastungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

 

 

Perspektiven einer Pflegekammer in Baden-Württemberg

Fast alle europäischen Länder haben eine Pflegekammer, es gibt mehr als 300 Kammern in Deutschland, z. Bsp. die Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer oder Ärztekammer bzw. Psychotherapeutenkammer, etc.

Weil Pflegekräfte keine eigenständige Selbstverwaltung haben, sind sie bis jetzt fremdbestimmt, z. Bsp. Prüfungsabnahme durch Ärzte und in den Bestimmungen und gesetzlichen Vorgaben werden alle anderen Berufsgruppen des Gesundheitssystems wesentlich mehr in die Entscheidungsfindung einbezogen, als die Pflege selbst.

 

In der Diskussion um die Errichtung einer Pflegekammer geht es für die Pflege darum, vom mitwirkenden Gestalter zum Mitentscheider, z. Bsp. im gemeinsamen Bundesausschuss (gBA).

 

 

Was ist eine (Pflege)Kammer?

Eine Berufskammer ist Länderangelegenheit und Körperschaft des öffentlichen rechts, die ihre berufsständische Selbstverwaltung und die Interessen der Gesellschaft bzw. der Bevölkerung zu deren Wohl stellvertretend für den Staat wahrnimmt. Alle Berufsmitglieder wiederum verpflichten sich, ihre Aufgaben gewissenhaft und verantwortungsvoll zu erfüllen.

Neben der Erfüllung der ihnen zugewiesenen staatlichen Aufgaben leisten sie die Interessenvertretung ihrer Mitglieder. Sie besitzen Satzungsmöglichkeiten, die personell auf ihre Mitglieder und sachlich auf ihren Aufgabenkreis beschränkt ist. Der Staat hat die Aufsicht (Staatsaufsicht) über die Kammer. Zur Wahrung ihrer Aufgaben besteht für die definierten Berufsmitglieder eine Pflichtmitgliedschaft.

 

Mögliche Aufgaben einer Pflegekammer

-  Bei der Ausbildung maßgeblich mitbestimmen

-  Fort- und Weiterbildung selbst organisieren

-  bei Gesetzgebungsverfahren aktiver mit eingebunden sein.

-  Gutachten erstellen

-  Entwicklung einer Berufsethik

-  Schutz der Pflegebedürftigen / Schiedsstelle

-  Sicherstellung der pflegerischen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger

 

Nutzen einer Pflegekammer

Eine Pflegekammer kann die fachlichen, ethischen und strukturellen Voraussetzungen zur Ausübung von Pflege (mit)definieren, weiterentwickeln und schließlich kontrollieren, da eine Kammer auch die Berufsaufsicht innehat:

 

Eintreten für die Rechte der Pflegekräfte

Durch die Mitgliedschaft, Registrierung und ggf. Ausgabe von Heilberufe-Ausweisen gäbe es erstmals eine klare Bestandserhebung aller im Beruf Tätigen.

Pflegerelevante Daten können erstmals umfassend und pflegespezifisch erhoben und ausgewertet werden. Damit entsteht auch Aussicht auf eine aufgaben- und berufsbe-zogene Planungssicherheit. Die Daten und Erkenntnisse der Pflegekammer können z.B. die Erstellung eines Landespflegeplans bzw. –berichts substanziell unterstützen.

 

Steigerung der Attaktivität des Pflegeberufs

Die Wertschätzung und Anerkennung des Pflegeberufes wird durch die Errichtung einer Pflegekammer unter dem Gesichtspunkt der Beteiligung an berufsbezogenen Fragestellungen allen derzeitigen und auch zukünftigen Berufsangehörigen vermittelt. Damit leistet die Pflegekammer auch einen Beitrag zur Sicherstellung einer ausreichenden Anzahl von Fachkräften.

 

 

Einfluss auf Politik und Gesetze, um Rahmenbedingungen für Pflegekräfte zu verbessern

Sie erstellt Gutachten in Streitfragen und zum fachlich angemessenen, pflegerischen Handeln. Sie ist als berufsständische Körperschaft verpflichtend bei allen sie betreffenden Entscheidungen im Gesundheits- und Pflegewesen beteiligt.

 

Mit der Pflegekammer erhält die Pflege eine anerkannte Schiedsstelle.

Sie verabschiedet eine Berufsordnung, würde Meldungen bei Verstößen gegen die Berufsordnungen prüfen und ggf. berufsgerichtliche Verfahren zum Schutz der Pflegebedürftigen vor einer unsachgemäßen pflegerischen Versorgung einleiten. Sie wird sich an den Prüfungsausschüssen gem. AltPflAPrV und KrPflAPrV beteiligen. Eine Kammer vertritt die Belange des Berufszweiges nach außen und betreibt Öffentlichkeitsarbeit.

 

 „Die Dimensionen, über die wir hier sprechen, sind so gewaltig, dass wir die Pflege parteiübergreifend zum Thema machen müssen. Es betrifft uns alle.“

Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die jeden von uns früher oder später treffen wird. Deshalb sind wir alle gefragt, ob als pflegende Angehörige, als Ehrenamtliche, als professionelle Pflegekräfte oder bei Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden bzw. in der Politik. Und für uns alle gilt, setzen wir uns zusammen und sprechen über Lösungsstrategien.  Dadurch sind wir auf dem Weg, eine Atmosphäre des Miteinanders und Füreinanders zum Wohle von pflegebedürftigen alten Menschen zu schaffen - schließlich haben sie das verdient.

 

Befragung zum Thema Pflegekammer

Die baden-württembergische Landesregierung möchte die Pflege und den Pflegeberuf aufwerten. Eine Möglichkeit, um die Selbstverwaltung der Pflegefachkräfte voranzubringen, ist die Gründung einer Pflegekammer. Um herauszufinden, ob die Pflegefachkräfte in Baden-Württemberg für oder gegen die Gründung einer solchen Kammer sind, hat das Land eine repräsentative Befragung unter ihnen durchgeführt.

Die Befragung hat im Februar 2018 begonnen und wurde kürzlich beendet. Die Analyse der Daten ist nun abgeschlossen, und das Ergebnis der Umfrage steht fest:

68 Prozent der Befragten sind Befürworter der Pflegekammer

(26 Prozent dagegen, 6 Prozent haben die Frage nicht beantwortet).

Das Ministerium für Soziales und Integration wird dem Wunsch der Pflegekräfte Rechnung tragen und umgehend die Voraussetzungen für die Einrichtung einer Pflegekammer schaffen.

 

Nur in einer Kultur des Miteinanders, in der die Attraktivität des Pflegeberufs gesteigert wird, Arbeitsbelastungen und Bürokratie in der Pflege reduziert werden und die Ausbildung an europäische Mindeststandards angepasst ist, ermöglichen wir auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige und menschenwürdige Pflege. 

 

Quellen:

http://www.mehrpflegekraft.de

Positionspapier Pflegekammer SH: Begründungen für eine Pflegekammer in Schleswig-Holstein, Eine Zusammenstellung des Pflegerates Schleswig-Holstein

http://www.pflegeausbildung-generalistisch.de

http://www.pflegekammer-jetzt.de

http://www.lpr-bw.de

 

Martin Huber

Kath. Pflegeverband Landesgruppe Baden-Württemberg

Landespflegerat Baden-Württemberg

Pädagogische Leitung der Akademie für Gesundheitsberufe und Wundmanagement

Lehrer am Ökumenischen Institut für Pflegeberufe in der Ortenau, Offenburg

 

Bei Fragen zur aktuellen Berufspolitik, Wünschen, Anregungen bzw. wenn Sie auf dem aktuellen Stand sein möchten, dann schreiben Sie mir: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Weitere Infos finden Sie unter

www.kathpflegeverband.de

unter www.deutscherpflegerat.de und unter www.lpr-bw.de

 

www.klinikkompass.info!

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