Politik trifft Pflege / Podiumsdiskussion

“Welche Zukunft hat die Pflege?”

Am 12. Februar fand an der Kath. Hochschule Freiburg eine 

Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten statt.

Mehr als 40 Pflegekräfte haben sich aktiv an der Diskussion beteiligt.

Themen

  • Steigende Arbeitsbelastung in der Pflege
  • chronischer Fachkräftemangel
  • Pflegeausbildung am Scheideweg (Chancen und Risiken der generalistischen Pflegeausbildung)
  • Pflege als Akteur der Selbstverwaltung

 

Am 12. Februar veranstaltete der Katholische Pflegeverband Landesgruppe Baden-Württemberg in Kooperation mit der

Katholischen Hochschule Freiburg eine Podiumsdiskussion zur zukünftigen Pflege- und Gesundheitspolitik in Baden-Württemberg.

 

Den Fragen stellten sich Jochen Haußmann (MdL FDP), Bärbl Mielich (MdL Bündnis 90/Die Grünen), Gabi Rolland (MdL SPD) und Dr. Klaus Schüle (CDU). Die Moderation übernahm Martin Huber, Vorstandsmitglied des Katholischen Pflegeverbandes.

In der engagiert geführten Diskussion wurden zentrale Themen wie der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen, die Änderung des Pflegeberufsgesetzes und die damit verbundene, generalistische Ausbildung der Pflege, die Akademisierung in der Pflege sowie die Einrichtung einer Pflegekammer in Baden-Württemberg angesprochen. Die zahlreichen Zuhörer brachten sich intensiv in den Austausch ein und schilderten die dramatischen Arbeitsbedingungen in der Pflege. Die 600 Handlungsempfehlungen der Pflege- Enquete-Kommission wurden von Frau Mielich und Herrn Haußmann als zentraler Auftrag für die zukünftige Landesregierung bezeichnet, um die Situation in der Pflegepraxis zu verbessern.

Themen, wie die Akademisierung, die Problematik um osteuropäische Haushaltshilfen und auch die fehlende Wertschätzung der Pflege wurden von Frau Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, Katholische Hochschule Freiburg, differenziert beleuchtet. Die Parteien waren sich über die Notwendigkeit der Akademisierung in der Pflege und einer hochschulischen Ausbildung in der Pflege einig. Unklar ist die zukünftig erforderliche Anzahl der Absolvent(inn)en von Pflegestudiengängen in der Praxis sowie ihre zukünftigen Einsatzfelder.

Wolfgang Schanz, Mitglied des KPV-Bundesvorstandes, ging als Vertreter aus der Pflegepraxis auf die prekäre Situation in der Pflege ein und forderte die Chance der generalistischen Ausbildung zu nutzen. Alle der anwesenden Vertreter(innen) der Parteien in Baden-Württemberg sprachen sich grundsätzlich für die generalistische Ausbildung in der Pflege aus, wobei die Ausgestaltung des Gesetzes, wie z.B. der Zeitpunkt einer Schwerpunktsetzung in der Alten- oder Gesundheitsund (Kinder-) Krankenpflege, genau in den Blick genommen werden müsse.

Außerdem gab es ein klares Votum für eine Pflegekammer, wobei hier anzumerken ist, dass der politische Wille eher zögerlich im Landespflegerat wahrgenommnen wurde. Wie ist ansonsten zu erklären, dass in der Pflege-Enquete-Kommission erst im Jahre 2019 eine Evaluation geplant ist? Ansonsten wäre man in Baden-Württemberg schon so weit, wie in Rheinland-Pfalz oder Schleswig-Holstein. Im Rahmen der Diskussion um den Fachkräftemangel in der Pflege wurden Vergleiche zu den Medizinern gezogen. Im Gegensatz zum ärztlichen Personal im Klinikbereich, welches im Verlauf der letzten 20 Jahre um mehr als 40 % erhöht wurde, sank die Anzahl der Pflegestellen um mehr als 11 %, woraus man den politischen Einfluss der Ärzte im Vergleich zu Pflegekräften und den Stellenwert der Pflege in Gesellschaft und Politik ableiten könnte. Auch der unzureichende Personalschlüssel in der Pflege war ein Thema, dem Beachtung geschenkt wurde. Eine bessere Personalausstattung in allen Bereichen der Pflege sei unabdingbar, um den Bedarf von Patient(inn)en und Bewohner(inne)n zu entsprechen. Dafür sei es auch erforderlich, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten.

Vergleiche zu anderen europäischen Ländern wurden gezogen, wie z. B. zu Norwegen, wo vier Patient(inn)en von einer Pflegefachkraft betreut werden. In Deutschland liegt der Betreuungsschlüssel bei 1:10. In Norwegen haben Pflegende zudem ein größeres Tätigkeits- und Kompetenzfeld und der Pflegeberuf erfährt insgesamt mehr Anerkennung. Von politischer Seite und auch von den Veranstaltern wurde zum Abschluss der Wunsch formuliert, solche Diskussionen öfter zu führen und nicht nur im Rahmen des Wahlkampfs aufzulegen.

Martin Huber ist Vorstandsmitglied im Katholischen Pflegeverband und Absolvent des Studiengangs Pflegepädagogik an der Katholischen Hochschule Freiburg Berufliches Wirken: Akademie für Gesundheitsberufe und Wundmanagement, TCW Ortenau, Lahr Ökumenisches Institut für Pflegeberufe in der Ortenau, Offenburg

 

 

Teilnehmer/innen der Podiumsdiskussion (in alph. Reihenfolge):

Jochen Haußmann, MdL, gesundheitspolitischer Sprecher, FDP

Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, Katholische Hochschule Freiburg

Bärbl. Mielich, MdL, Vorsitzende Sozialausschuss, Bündnis90/Die Grünen

Gabi Rolland, MdL, SPD

Wolfgang Schanz, Katholischer Pflegeverband e.V

Dr. Klaus Schüle, CDU

              

Moderation:

Martin Huber, Katholischer Pflegeverband e. V.

 

Kath. Pflegeverband und Landespflegerat für Sie aktiv

Als Mitglied des Landespflegerates Baden-Württemberg möchte ich

Ansprechpartner für Auszubildende in der Pflege, sowie Pflegefachkräfte sein.

 

Durch meine Mitgliedschaft im Kath. Pflegeverband bin ich im Landespflegerat von Baden-Württemberg

und führe regelmäßig Gespräche mit Sozialministerin Katrin Altpeter

sowie den gesundheitspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen.

 

Sprechen Sie mich mit Ihren Anliegen an, damit sich die Situation in der Pflege verbessert.

 

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