Wenn Patienten nicht das machen, was sie sollen …

Stellen sie sich vor, sie leiden seit mehreren Jahren an Diabetes mellitus. Die Schmerzen beim Gehen verursacht durch Durchblutungsstörungen sind oft nicht mehr auszuhalten.

Sie entfernten Hornhaut mit einem sogenannten Hornhauthobel, in den Messer wie Rasierklingen eingespannt sind Dabei kam es zu Schnittwunden. Erst versuchen Sie es mit Hausmittelchen. Ein Geschwür entwickelte sich an der rechten Fußsohle so, dass es mittlerweile stark nässend und übelriechend ist

Erst nach Wochen gehen Sie zum Hausarzt, der Ihnen vorwurfsvoll die Fragen stellt: "Wie konnten Sie so lange damit warten?".

Beim Untersuchen, als Sie vor Schmerzen zusammenzucken, heißt es: "Das kann doch jetzt nicht so weh tun, ist doch nur halb so schlimm, das tritt bei Diabetes immer auf„

 

Oft heißt es, die Betroffenen sollen compliant sein, also das konsequent befolgen, was der Arzt oder die Pflegekraft ihnen sagt, also Medikamente nehmen, mit dem Rauchen aufhören oder die Ernährung von einem Tag auf den anderen umstellen - was als Therapietreue bezeichnet wird.

 

Betroffene sind Experten ihrer eigenen Erkrankungen und haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, hier sind gutgemeinte Ratschläge fehl am Platze.

Es ist auch nachvollziehbar, warum ärztliche Anweisungen nicht umgesetzt werden:

         Betroffene kennen sich sehr gut mit ihrer Erkrankung aus – möchten sich daher nichts sagen lassen

         Infoblätter und Internet sagen etwas anderes als Ärzte und Pflegekräfte. Bzw. jeder sagt etwas anderes (Fehlende Absprachen im Therapeutischen Team)

         Betroffene verleugnen ihre Wunde, als Selbstschutz

         Auf Gefühle bzw. Ängste wird von Seiten der Therapeuten zu wenig eingegangen

 

Das Zürcher Ressourcenmodell greift dies auf und bietet Bewältigungsstrategien und dadurch echte Hilfen:

 

Das Unbewusste

Problem: Gefühl und Verstand können in Konflikt kommen

 

   ich will weniger Alkohol trinken, damit meine Wunde besser heilt!

   (Verstand)

   ich will meine sozialen Kontakte nicht verlieren, die Kneipe tut mir gut…..

   (Unbewusstes)

 

Beispiel: Welchen Vorteil hat sozialer Rückzug, wenn die Wunde riecht?

So verrückt es klingt: Einen großen!

 

 

Wer sich nicht mehr in eine Gruppe begibt, läuft nicht Gefahr, ausgegrenzt zu werden-

das ist der schlimmere Schmerz, als sich selber auszuschließen

 

Das Unbewusste übt eine perfekte Schutzfunktion aus

 

 

Wunschgefühl definieren

 

Auch wenn ich eine chronische Wunde habe, möchte ich mich fühlen wie:

         Ein Bär, der keine Angst hat

         Eine Frau, die selbstbewusst ist

 

Wenn-Dann-Pläne

Wer seine Absicht in einem konkreten Wenn-Dann-Plan formuliert, wird sein Vorhaben viel eher in die Tat umsetzen

 

Warum?

         Die Wirkung der Wenn- Dann-Pläne beruht

         darauf, dass sie helfen, potenzielle Auslösesituationen zu erkennen,         also im         geeigneten Moment an die Absicht zu erinnern

 

 

         Wichtig: Wenn-Dann aufschreiben und das „ Dann“ nicht vergessen

Wenn ich morgens ins Bad gehe-

Dann setzte ich mich auf den Stuhl und ziehe meine Strümpfe an

 

Beginnen Sie schon heute und erstellen Sie Ihre eigenen Wenn-Dann-Pläne.

 

Sollten Sie weitere Fragen zum Umgang mit Wunden haben, können Sie gerne unsere Pflegefachkräfte im Therapiezentrum Chronische Wunden - Stefan Bahr - in Lahr, Achern und Kehl ansprechen.

In den Wundzentren wird im Rahmen der Wundbehandlung speziell auf das Thema Selbstmanagement  eingegangen und den Betroffenen leicht umsetzbare Strategien für den Alltag aufgezeigt.

 

Wie erfolgreich diese Strategie ist, zeigen die positiven Rückmeldungen vieler Patienten.

Weitere Infos finden Sie unter www.therapiezentrum-bahr.de.

 

Quelle:

Selbstmanagement-Methode: ZRM® Zürcher Ressourcenmodell, Dr. M. Storch / Dr. F. Krause